Vor- und Nachteile beim Pferd scheren

In der kalten Jahreszeit bekommen Pferde ein Winterfell, welches je nach Dicke dafür sorgt, dass das Tier beim Reiten stark schwitzt. In diesem Fall kann eine Schur empfehlenswert sein.

Von Hunden kennt man es, von Schafen sowieso. Aber auch Pferden wächst ein Winterfell. Am natürlichsten ist es, dieses stehen zu lassen. Für Pferde, die die meiste Zeit im Freien leben, ist es meistens sogar ein Muss.

Problematisch wird es jedoch, wenn Ihr Pferd beim Reiten durch das Winterfell extrem ins Schwitzen kommt und es im Anschluss sehr lange dauert, bis es wieder trocknet. Sollte das Pferd noch nass sein, wenn Sie es auf die Weide oder in die Box stellen, besteht die Gefahr einer Unterkühlung oder Erkältung.

Pferd scheren: Die Vorteile

  • Das schnellere Trocknen reduziert die Erkältungsgefahr.
  • Kurzes Fell erleichtert das Pferdeputzen und die Pferdepflege. Sie als Reiter sparen sich also Zeit.
  • Ihr Pferd schwitzt weniger und sein Kreislauf überhitzt nicht so schnell, sodass es leistungsbereiter ist. Das ist vor allem wichtig bei Tieren, die jeden Tag arbeiten und sportlich aktiv sind.
  • Pferde, die vor allem im Stall stehen, brauchen ihr Winterfell meist nicht, da hier eine relativ milde Temperatur herrscht. Bei manchen Pferden kommt es sogar vor, dass sie bereits stark ins Schwitzen kommen, wenn sie nur im warmen Stall stehen.

Pferd scheren: Die Nachteile

  • „Man nimmt seinem Pferd mit dem Winterfell den natürlichen Schutz und die isolierende Luftschicht“, erklärt die Pferdeexpertin Gerlinde Hoffmann von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung „Fédération Équestre Nationale“ (FN).
  • Der Aufwand bei der Pferdepflege kann steigen, weil man verlorengegangene Wärme durch geeignete Decken ersetzen muss. Deshalb gilt: Man sollte nur die Fellpartien schneiden, bei denen es wirklich notwendig ist. Besonders Pferde mit Komplettschur müssen permanent eingedeckt sein und brauchen für die Koppel noch eine zusätzliche, dickere Decke.
  • Oft sind geschorene Pferde empfindlicher und bekommen schneller Pilzerkrankungen oder Scheuerstellen.
  • Die Decken selbst können ein Grund für Verletzungen sein, wenn sich das Pferd darin verheddert.
  • Für nervöse und ängstliche Tiere können das lange Stillstehen und die unbekannten Geräusche beim Scheren zur Qual werden. Eine Komplettschur beispielsweise kann zwei bis drei Stunden dauern.
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Wann und wie oft sollte ich mein Pferd scheren?

Mit dem Scheren sollte erst begonnen werden, wenn das Winterfell komplett ausgebildet ist und dass Pferd beim Reiten deutlich mehr als üblich ins Schwitzen kommt. In der Regel ist das gegen Ende Oktober der Fall. Nach der ersten Schur muss das Fell dann auch regelmäßig nachgeschoren werden.

Sollten Sie es erst scheren, wenn der Winter bereits begonnen hat, ist es umso wichtiger, das Tier mit einer entsprechenden Decke vor der Kälte zu schützen.

Genauso wie oft bei uns Menschen sind die „Friseurtermine“ auch beim Pferd durchaus eng getaktet: Man muss sich darauf einstellen, alle drei bis fünf Wochen zu scheren, je nachdem, wie schnell das Fell nachwächst. Die letzte Schur sollte spätestens Anfang Februar erfolgen, sonst kann sich das leichtere Sommerfell nicht richtig entwickeln.

Pferd scheren im Sommer

„In der Regel ist das Scheren im Sommer nicht mehr notwendig. Es gibt aber auch hier Ausnahmen, dies sind beispielsweise betagtere Pferde, die zu alt sind, um ihr Winterfell alleine komplett zu verlieren. Ihnen können Sie mit einer Schur helfen. „Auch bei nordischen Rassen, wie dem Isländer, kann es im Sommer nötig sein, den dicken Pelz an den Stellen, an denen das Pferd besonders schwitzt, auszudünnen.“ Der ideale Zeitpunkt, ein Pferd zu scheren, ist übrigens abends nach dem Füttern und einem Tag auf der Koppel, wenn das Tier satt und entspannt ist.

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